Kinder, Kinder!
Zwischen Repräsentation und Wirklichkeit
28.11.2025 — 6.4.2026

Nicolaes Maes, Bildnis eines Knaben im Kostüm des Adonis (Detail), ca. 1670
© Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien
Ausstellungsansicht: Kinder, Kinder!, Bucerius Kunst Forum, Foto: Ulrich Perrey
Ausstellungsansicht: Kinder, Kinder!, Bucerius Kunst Forum, Foto: Ulrich Perrey
Ausstellungsansicht: Kinder, Kinder!, Bucerius Kunst Forum, Foto: Ulrich Perrey
Ausstellungsansicht: Kinder, Kinder!, Bucerius Kunst Forum, Foto: Ulrich Perrey
Ausstellungsansicht: Kinder, Kinder!, Bucerius Kunst Forum, Foto: Ulrich Perrey
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Kinder, Kinder!
Zwischen Repräsentation und Wirklichkeit

28.11.2025 — 6.4.2026

Bei kaum einem anderen Thema spiegeln sich Werte- und Normvorstellungen einer Gesellschaft und deren Wandel so deutlich wider wie bei Darstellungen von Kindern. Die Ausstellung Kinder, Kinder! im Bucerius Kunst Forum widmet sich der Darstellung von Kindern in der Kunst vom 16. bis zum 21. Jahrhundert. Sechs Kapitel nähern sich dem Thema aus unterschiedlichen Perspektiven und zeigen neben Gemälden auch Fotografien, Arbeiten auf Papier, Medienkunst und Skulpturen. 

Der Ausgangspunkt von Kinderbildern sind in der Ausstellung Madonnendarstellungen, die gesellschaftliche Vorstellungen von Mutter-Kind-Beziehungen bis heute prägen. Dabei hatte die Abbildung von Kindern über die Jahrhunderte verschiedene Funktionen. In adeligen Kreisen um 1500 entstanden, sollte das Kinderporträt den Fortbestand und Herrschaftsanspruch untermauern. Vor diesem Hintergrund entstanden oftmals auch Bildnisse, die Kinder in Rüstung als kleine Erwachsene zeigen. So wurden sie auf die zukünftige Rolle als Feldherren und Herrscher vorbereitet. Eine spielerische Variante ist das Portrait historié, bei dem die Kinder beispielsweise als antike Götter dargestellt wurden. Gerade im 17. Jahrhundert griffen niederländische und spanische Genremaler das Motiv armer Kinder auf, das bis heute fortlebt. Dabei ging es den Künstlern nicht unbedingt darum, einen gesellschaftskritischen Standpunkt einzunehmen. Denn nicht selten ist den Kindern in finanziell benachteiligten, oft auch prekären Lebenssituationen ein Lachen in das Gesicht geschrieben. Kinderarbeit wurde auch nicht grundlegend abgelehnt. Man sah darin einen positiven Beitrag, den die Kinder, zum Familieneinkommen beisteuern konnten.

Die Ausstellung zeigt anhand vielfältiger Beispiele den Wandel von Kinderdarstellungen über die Jahrhunderte auf. So gibt es heute keine Porträts von toten Kindern mehr. Früher hingegen hielt man mit ihnen die Erinnerung an die Kleinsten fest. Das Andenken wird heutzutage vielmehr im lebensnahen Bildnis festgehalten, etwa in Fotografien, welche die Kinder in glücklichen Lebenssituationen zeigen. Der gravierendste Wandel, der von einer anderen Auffassung und Definition von Kindheit zeugt, fand Ende des 17. Jahrhunderts und im 18. Jahrhundert statt. Kindern wurde nun eine eigene Entwicklung – möglichst in der Natur und abseits der Welt der Erwachsenen – zugestanden. 

So ist das Thema Kindsein in der bildenden Kunst bis heute eines der beliebtesten Bildthemen: Sich-Ausprobieren, an die Grenzen gehen, Zeichnen, Spiel und Miteinander sind prägend für die wichtigste Lebensphase des Menschen.

Gezeigt werden in der Ausstellung Werke von Tizian, Anthonis van Dyck, Thomas Lawrence, Joshua Reynolds, Gerrit van Honthorst, François Boucher, Paula Modersohn-Becker, Oskar Kokoschka, Gerhard Richter, Rineke Dijkstra, Nobuyoshi Araki und vielen anderen.

Die Ausstellung wird gefördert von

Besuch

Ausstellung
täglich 11:00 — 19:00 Uhr
donnerstags 11:00 — 21:00 Uhr

Sonderöffnungszeiten 

24.12.2025 geschlossen
25.12.2025 11:00 — 21:00 Uhr
26.12.2025 11:00 — 19:00 Uhr 
31.12.2025 11:00 — 17:00 Uhr 
1.1.2026 11:00 — 19:00 Uhr

Ticketinfos
Regulär: 12 Euro
Ermäßigt: 6 Euro

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Mehr zur Ausstellung

Kunst auf Augenhöhe
Damit Sie selbst ausprobieren können, wie sich Perspektiven verändern, haben wir verschiedene Entdeckungshelfer bereitgestellt. Steigen Sie auf, setzen Sie sich oder schauen Sie von oben oder unten – manchmal lohnt es sich, die eigene Sichtweise zu verändern!

Ausstellungskatalog
Der Katalog zur Ausstellung bietet einen einzigartigen Blick auf Künstler:innen und Werke der Schau!

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Lasst uns Freund:innen sein!
Egal ob Sie als Kinder kleine Rabauk:innen, stille Denker:innen oder wilde Abenteurer:innen waren – wir möchten Ihre Geschichten hören und sehen! Bei Ihrem nächsten Ausstellungsbesuch können Sie vor Ort eine Seite aus unserem Freund:innenbuch ausfüllen und an die Porträtwand im Foyer pinnen. Bringen Sie dazu am besten ein Kinderbild mit, egal ob gemalt, gezeichnet oder fotografiert.

Diskurs-O-Mat
Wählen Sie ein Thema aus den Kapiteln, die Sie gerade in der Ausstellung entdeckt haben. Schnappen Sie sich den Hörer, suchen Sie eine Frage aus und sprechen Sie Ihre Antwort per Knopfdruck ein. Ihre Stimme wird aufgenommen und in eine Klangcollage eingespeist. Alle Beiträge werden durcheinander abgespielt – so können Sie hören, welche Gedanken andere Besucher:innen aus der Ausstellung mitgenommen haben. Gemeinsam entsteht ein buntes Mosaik, das zeigt, wie vielfältig Wahrnehmungen sein können und wie Ihre Stimmen gemeinsam etwas Neues erschaffen.

„Lactoland“, 2021 von Clara Alisch
Die Künstlerin setzt sich kritisch mit der menschlichen Milchproduktion als reproduktiven, ökonomischen, ästhetischen und virtuellen Prozess auseinander. In der Ausstellung finden Sie die Installation zu Alischs Arbeit. Die gesamte Videoarbeit ist in der Ausstellung „Care! Wenn aus Liebe Arbeit“ wird bis zum 3.5.2026 zu sehen.

Audioguide
Laden Sie sich den BKF Guide bequem und kostenlos auf Ihr Smartphone.

Freund:innenbuch
Wir stellen Ihnen sechs Kinder aus unterschiedlichen Jahrhunderten vor – mit kleinen Steckbriefen, die von ihrem Leben, ihren Lieblingsdingen und ihrer Zeit erzählen. Über den QR-Code gelangen Sie zu ihrem digitalen Freund:innenbuch und können mehr über sie erfahren. Für Kinder gibt es die Freund:innenbuch-Seiten auch als große Pappen in der Ausstellung. Viel Spaß beim Entdecken!

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Silent Strolls versus Sound Strolls
Je nach Stimmung können Sie sowohl dem Verlangen nach Rückzug und Kontemplation als auch dem Wunsch nach einem lebhaften Start ins Wochenende nachgehen – entdecken Sie jetzt unsere Silent oder Sound Strolls!

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zwei Kinderhände bedienen ein Tablet auf dem die digitalen Bastelanleitungen zur Ausstellung angezeigt werden

Digitale Bastelanleitungen
Kreative Bastelanleitungen passend zur Ausstellung für den Familienspaß Zuhause!

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Veranstaltungen


Entdecken Sie jetzt unser vielfältiges Veranstaltungsprogramm zur aktuellen Ausstellung!

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27.1.2026
18:00 — 19:00 Uhr

Führung
Curator’s View Special: Das Museum der Arbeit zu Gast

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11.3.2026
18:00 — 19:00 Uhr

Führung
Curator's View

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22.3.2026
14:00 — 17:00 Uhr

Workshop
Hut ab!

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6.1.2026
11:00 — 19:00 Uhr

Ausstellungsbesuch
Kostenfreier Eintritt am 6.1.2026

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18.3.2026
19:00 — 21:00 Uhr

Führung
Kunst im Kontext: Wer trägt das Kind?

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14.1.2026
19:00 — 21:00 Uhr

Führung
Kunst und Kompass

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4.1.2026
14:00 — 17:00 Uhr

Offenes Atelier
Malen, Basteln, Werkeln!

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4.1.2026
15:00 — 16:00 Uhr

Familienführung
Kunstspione

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18.12.2025
10:00 — 11:00 Uhr

Führung für Eltern mit Babys
Mit Kunst und Kegel

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17.1.2026
19:00 — 21:00 Uhr

Taschenlampenführung
Nachts im Museum

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15.2.2026
14:00 — 16:00 Uhr

Atelierkurs
Schmuckstücke

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13.2.2026
19:00 — 21:00 Uhr

Wandelkonzert
The Pulse of Art

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4.2.2026
19:00 — 21:00 Uhr

Poetry ohne Slam
Wort trifft Kunst

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13.12.2025
15:00 — 16:00 Uhr

Führung
Durch die Ausstellung: Kinder, Kinder!

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26.2.2026
19:00 — 21:00 Uhr

Diskussionsreihe „Kunst kann mehr!“
Wem gehört die Kindheit? 

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