Kunst im Kontext: Identität, Nationalität, Klischee

Tandemführung
Dienstag, 7.5.2024
19:00 — 21:00 Uhr

Ignacio Zuloaga hat wie kein zweiter Künstler den Mythos Spaniens um 1900 geprägt. In seinem Streben, die Essenz des Landes zu erfassen, bemühte er sich, die „spanische Seele“ in seinen Kunstwerken festzuhalten. Es entstanden viele Bilder, die in ihrer Symbolik die Identität Spaniens verkörpern sollten. Doch was war und ist die spanische Identität? Kann ein Land, das von unterschiedlichen Separatistenbewegungen und Abspaltungstendenzen geprägt ist, eine einheitliche Definition der „spanischen Seele“ entwickeln? Wann wird das Sehnsuchtsland zum Klischee? Diesen und weiteren Fragen – wie die Instrumentalisierung Zuloagas durch Franco – gehen wir an diesem Abend nach.

Mit der Führungsreihe Kunst im Kontext beleuchten wir Themen der Ausstellung aus zwei unterschiedlichen Perspektiven und bringen diese in Resonanz miteinander. Kunst findet immer im Kontext statt, sowohl für die Künstler:innen als auch für die Betrachter:innen – je nachdem, aus welchem Gefüge man kommt, erhält sie andere Bedeutungen, Schwerpunkte und Lesarten. Während der Tandemführung begleiten Sie zwei Expert:innen aus unterschiedlichen Bereichen auf Ihrem Ausstellungsrundgang und erläutern ihre Sichtweisen auf die ausgestellten Werke und Künstler:innen. Im Anschluss sind Sie herzlich eingeladen, bei einem Getränk Ihre Perspektiven zu teilen und sich auszutauschen.

Informationen

Im Gespräch Mela Dávila Freire, Autorin, Kuratorin, Übersetzerin und Dr. Katrin Dyballa, Kuratorin des Bucerius Kunst Forums
Moderation Dr. Kathrin Baumstark, Direktorin des Bucerius Kunst Forums
Tickets 25 Euro / ermäßigt 19 Euro / Young Members und Members 13 Euro (inkl. Ausstellungsticket und Getränk)

Mela Dávila Freire, Autorin, Kuratorin, Übersetzerin
Mela Dávila Freire ist Wissenschaftlerin, Kuratorin, Autorin und Übersetzerin. Ihre Forschung konzentriert sich auf Kunstarchive und das Genre der Künstlerpublikationen. Ihr besonderes Interesse gilt der Aufarbeitung der Geschichte der Künstlerpublikationen aus feministischer Sicht, aber auch den theoretischen und praktischen Überschneidungen zwischen Archiven und Kunstsammlungen sowie den ideologischen Vorurteilen, die in Archivstrukturen verborgen sind. Sie war Head of Publications und später Leiterin des Studienzentrums am Museu d'Art Contemporani de Barcelona (MACBA) und Direktorin für öffentliche Aktivitäten am Museo Reina Sofía. Darüber hinaus hat sie als Beraterin und unabhängige Forscherin mit dem documenta-Archiv (Kassel, Deutschland), dem Deutschen Historischen Museum (Berlin, Deutschland), dem Lafuente-Archiv (Santander, Spanien), dem Reina Sofía Museum (Madrid, Spanien), dem Institut Valencià d'Art Modern - IVAM (Valencia, Spanien), der Biblioteca de las Artes (Guayaquil, Ecuador) und anderen öffentlichen und privaten Institutionen und Sammlungen zusammengearbeitet. Sie hat zahlreiche Publikationen zu ihren Interessengebieten veröffentlicht und ist Autorin der Bücher Mission and Commission. Documenta and the Art Market, 1955 - 1968 (Barcelona: Polígrafa, 2022) und Off-Register: Publishing Experiments by Women Artists in Latin America, 1960 - 1990 (New York: Center for Book Arts, 2023). Sie hat einen Abschluss in Anglo-Germanischer Philologie (UAB), ein Postgraduate Diploma in Publizistik (Universitat Pompeu Fabra) und ist derzeit Doktorandin an der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HfbK).


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