Kunst im Kontext: Welche Zukunft hat der Fotojournalismus?

Tandemführung

Di, 17.9.2024
19:00 — 21:00 Uhr
Online-Tickets

Vom Spanischen Bürgerkrieg zum Ende des Zweiten Weltkriegs, vom Begräbnis Mahatma Gandhis über die Kulturrevolution in China bis zur 68er-Revolte in Frankreich: Die Ausstellung Watch! Watch! Watch! Henri Cartier-Bresson zeigt, wie Henri Cartier-Bresson mit seinen Fotografien die Geschichte des 20. Jahrhunderts dokumentierte – in „entscheidenden Augenblicken“ wusste er den Auslöser zu drücken und verwandelte politische Großereignisse in ästhetische Momentaufnahmen.  

Dies alles fand vornehmlich in einer Zeit statt, in der die Fotografie sich zum etablierten Medium in der Presseberichterstattung entwickelt hatte, die jedoch noch weit entfernt war von der Bilderflut, die in unserer heutigen Gesellschaft herrscht: Visuelle Geschichten sollen uns berühren, bewegen und zum Nachdenken anregen. Gleichzeitig verändern Digitalisierung, soziale Medien sowie künstliche Intelligenz die Art, wie Menschen Nachrichten verbreiten und konsumieren. Die Fotodokumentation erscheint heute wichtiger denn je: Wir benötigen Einblicke in gesellschaftliche Krisen, und dafür brauchen wir verlässliche Informationen und Transparenz, um seriöse Debatten und Diskussionen zu ermöglichen. 

Mit diesen sich verändernden Bedingungen muss auch der professionelle Fotojournalismus umgehen. Neben der Herausforderung, um Glaubwürdigkeit kämpfen zu müssen, schrumpfen Verlagsbudgets, während der Wettbewerbsdruck steigt. 

Ausgehend von Cartier-Bressons Werken diskutieren wir, wie sich Fotojournalismus weiterentwickeln kann, um den Anforderungen einer sich ständig wandelnden Medienlandschaft, aber auch dem eigenen künstlerischen Anspruch der Fotograf:innen gerecht zu werden.  

Mit der Führungsreihe Kunst im Kontext beleuchten wir Themen der Ausstellung aus zwei unterschiedlichen Perspektiven und bringen diese in Resonanz miteinander. Kunst findet immer im Kontext statt, sowohl für die Künstler:innen als auch für die Betrachter:innen – je nachdem, aus welchem Gefüge man kommt, erhält sie andere Bedeutungen, Schwerpunkte und Lesarten. Während der Tandemführung begleiten Sie zwei Expert:innen aus unterschiedlichen Bereichen auf Ihrem Ausstellungsrundgang und erläutern ihre Sichtweisen auf die ausgestellten Werke und Künstler:innen. Im Anschluss sind Sie herzlich eingeladen, bei einem Getränk Ihre Perspektiven zu teilen und sich auszutauschen. 

Informationen

Im Gespräch Miriam Zlobinski, Lehrbeauftragte und Kuratorin, und Daniel Chatard, Dokumentar- und Porträtfotograf, Preisträger World Press Photo 2024
Moderation Dr. Kathrin Baumstark, Direktorin des Bucerius Kunst Forums
Tickets 25 Euro / ermäßigt 19 Euro / Young Members und Members 13 Euro (inkl. Ausstellungsticket und Getränk)

Miriam Zlobinski  
Miriam Zlobinski arbeitet zur Fotografie im Journalismus und zu Konzepten der Fotografie in Theorie und Praxis. Das Studium der Geschichte und Kunstgeschichte mündete in die laufende Promotion Das politische Bild am Beispiel des Fotojournalismus der Illustrierten Stern

2018 erhielt sie für ihre wissenschaftliche Arbeit den Research Grant der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung. Sie ist Co-Gründerin des interdisziplinären Arbeitskreises Foto: Diskurs für den Austausch von Geisteswissenschaftler:innen und Teil der Chefredaktion von Revue – Magazin für Fotografie und Wahrnehmung. Als Kuratorin betreut sie Ausstellungen und ist Lehrbeauftragte an der Universität der Künste Berlin am Institut für transmediale Gestaltung sowie an der Ostkreuzschule für Fotografie. 

Daniel Chatard 
Daniel Chatard ist ein deutsch-französischer Dokumentarfotograf, der sich in Langzeitprojekten mit Beziehungen zwischen Menschen und ihrer Umwelt auseinandersetzt. Er studierte Fotojournalismus und Dokumentarfotografie an der Hochschule Hannover und, mit einem Stipendium des DAAD, Photography & Society an der Königlichen Akademie der Künste in Den Haag. Seine Arbeit Niemandsland, die mit einem World Press Photo Award ausgezeichnet wurde, erscheint 2024 als Buch.


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