Ausstellung

William Turner (1789-1862): Colour Study: Burning of the Houses of Parliament, 1834, Tate London

Colour Study: Burning of the Houses of Parliament

 

In Arbeiten wie "Farbstudie: Der Brand des Parlaments" zielte Turner

auf eine Essenz des Ereignisses. Das Aquarell zeigt eine nächtliche

Szene, in der das Wasser den Schein des Feuers reflektiert. Seine

Darstellungen des Brandes sind weit mehr als reine Dokumentation der das

Land erschütternden Katastrophe. Turner steigerte das historische

Ereignis ins Elementare. Er fand einen malerischen Ausdruck sowohl für

die Auslöschung der Gebäude als auch für die Vermischung des Feuers mit

den Elementen Wasser, Luft und Erde.

 

Der tragische Brand wurde in vielen Darstellungen künstlerisch

verarbeitet und journalistisch dokumentiert. Auch Turner war sich des

kommerziellen Potentials seiner Darstellungen bewusst. Der Stahlstich,

den Sie hier sehen, erschien 1835 im Jahrbuch "The Keepsake" und

erreichte ein großes Publikum auch außerhalb Londons. Turners Aquarell

"Der Brand von Rom" entstand um dieselbe Zeit und scheint die Londoner

Katastrophe mit dem Brand von Rom zu assoziieren. Dieser visuelle

Vergleich gehört zu den mehrfach in Turners Werk auftretenden

historischen Analogien, mit denen er immer wieder gegen Dekadenz und

Verfall Stellung bezog.