Ausstellung

William Turner (1789-1862): Study of Clouds, um 1830, Tate London

Study of Clouds

Schon als Junge soll Turner stundenlang auf dem Rücken gelegen und in den Himmel geschaut haben, um dann zu Hause Wolken zu malen. Es wird berichtet, wie Turner etwa im Park von Hampstead Heath im Norden von London die Wolkenbewegungen und den Wechsel von Licht und Schatten beobachtete. Aufmerksam registrierte Turner die Vielfalt der Wolkenformen, wie sich in zahlreichen Studien zeigt, darunter viele aus den Jahren um 1817–1819. In dieser Zeit entstand das "Skies Sketchbook" mit 65 Aquarellskizzen. Auch wenn es nicht als Enzyklopädie der Wolkenerscheinungen angelegt ist, zeigen die Studien den Himmel in vollem Tageslicht, bei Sonnenauf- oder -untergang, bei Sturm, Regen und Gewitter. 

Die Beobachtung des Himmels mit seinen variierenden Wettererscheinungen war in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts unter den Künstlern eine regelrechte Mode. John Ruskin bezeichnete die Himmelsbeobachtung als "Wolkendienst" ("service of the clouds") und sah darin das Potential der modernen Landschaftsmalerei. Vor allem in England beschäftigten sich viele Maler mit den Wetterphänomenen wie etwa Joshua Cristall, John Linnell, Thomas Jones, David Cox aber auch John Constable.