Ausstellung

William Turner (1789-1862): Fishing Boats Bringing a Disabled Ship into Port Ruysdael, 1844, Tate London

Fishing Boats Bringing a Disabled Ship into Port Ruysdael

In diesem Gemälde schilderte Turner eine unruhige, gewittrige Wettersituation. Zahlreiche Fischerboote mit geblähten Segeln kämpfen gegen Wind und Wellen an, um ein Schiff in den Hafen zu schleppen. Die reduzierte Farbpalette von kühlen Grau-, Blau- und Grüntönen bewirkt einen einheitlichen Eindruck des stürmischen Bildgeschehens. Turner zielte auf den Gesamteindruck von Kälte, windigem Ozean und windzerfetztem Himmel.

Der Bildtitel verweist auf den holländischen Maler Jacob van Ruisdael, dessen Nachname hier zum fiktiven Ort wird. Ruisdaels Seestücke des 17. Jahrhunderts sind von der Stimmung einer dunklen Vorahnung beherrscht, an die Turner mit seinen Darstellungen von der bedrohlichen Dimension des Elementes Wasser anschloß. Turner transponiert die Bedrängung des Menschen durch Sturm und Gewitter auf See unmittelbar ins Bild. Der Schriftsteller John Ruskin sagte über Turner, dass dieser "der einzige Maler [gewesen sei], der jemals die Oberfläche ruhigen oder die Kraft aufgewühlten Wasser wiedergegeben ha[be]. Er erreichte den Ausdruck der Kraft in fallendem oder strömendem Wasser mittels furchtloser und vollständiger Gestaltung seiner Formen."