Ausstellung

William Turner (1789-1862): The New Moon, 1840, Tate London

The New Moon

Der englische Kunstkritiker und Freund Turners John Ruskin bezeichnete den Maler in seiner 1843 veröffentlichten Publikation "Modern Painters", die er als Verteidigungsschrift Turners verfasst hatte, als den „einen einzigen Meister“ der Himmelsdarstellung. Er allein habe dem „vernachlässigten oberen Himmel Aufmerksamkeit“ geschenkt, er sei „sein spezielles und bevorzugtes Gebiet“.

Das hier ausgestellte Gemälde ist das Resultat von Turners ausführlicher Auseinandersetzung mit dem Himmel und den Wetterphänomenen. Es zeigt die mit glühenden Farben untergehenden Sonne, die sich im flachen Wasser spiegelt, und den Neumond am blauen Himmel. Turner führt hier die zyklische Bewegung der Gestirne vor Augen. Im weit entfernten Hintergrund ist die Mole des kleinen Küstenstädtchens Margate zu sehen, von der sich ein Dampfschiff entfernt.

Turner schuf eine farblich harmonische Darstellung des Naturspektakels von Sonnenunter- und Mondaufgang und setzte das kühle Blau des Mondhimmels neben die glühend gelb und rot gefärbten Dunstschleier um den untergehenden Sonnenball. Im Vordergrund entwarf der Maler eine leichte Szene mit herumtollenden Hunden und Kindern, die im weißen Sand spielen. Der Bildtitel gibt einen kindlichen Dialog wieder: „Ich habe mein Boot verloren, du sollst deinen Reifen nicht haben“.