Ausstellung

Henri Matisse (1869-1954): Laurette mit Kaffeetasse, 1917, Kunstmuseum Solothurn, Dübi-Müller-Stiftung, © Succession Henri Matisse / © VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Laurette mit Kaffeetasse

Entspannt räkelt sich Laurette auf diesem Bild auf ockerfarbenem Grund. Die auf Kopf und Brust beschränkte Ansicht präsentiert sie in lockerer Pose in einem orientalischen Kostüm auf dem Boden liegend neben einem Tischchen, auf dem eine Tasse Mokka steht. So klingt in diesem ursprünglich Die Odaliske betitelten Bild bereits das in den 1920er Jahren bei Matisse so prominente Thema der Haremsdamen an.

Inspiriert wurde dieses Werk durch ein anderes Gemälde, die Ölstudie Mädchen an der Seine von Gustave Courbet, die Matisse 1917 erworben hatte. Das von Courbet gemalte Mädchen liegt mit abgespreizten Ellenbogen in einer Pose, die Matisse daraufhin von seinem Modell Laurette einnehmen ließ. Im Vergleich zu Courbet schnitt Matisse das Motiv jedoch viel stärker an.

Ab November 1916 arbeitete Matisse mit Laurette, einem professionellen Modell, zusammen. Kurz und produktiv war die gemeinsame Schaffenszeit, so dass innerhalb eines knappen Jahres über 50 Gemälde entstanden. Deutlich tritt auch in diesem Werk die Notwendigkeit einer tief empfundenen Beziehung zum Modell zutage, die unabdingbar für das Schaffen von Matisse war.

Laurette ist noch auf mehreren anderen Werken in dieser Ausstellung zu sehen, einmal in nachdenklicher Pose und ein andernmal mit maskenhaft reduziertem Ausdruck in dem Gemälde Italienerin, sowie mit Federboa in einer Tuschezeichnung, die Sie im oberen Ausstellungsraum sehen können.