Ausstellung

Gerhard Richter (1932): XL 513, 1964, Museum Frieder Burda, Baden-Baden

XL 513

Das Gemälde zeigt den Victor, einen Atomwaffenbomber, der von Handley Page Limited für die Britische Royal Air Force während des Kalten Kriegs gebaut wurde. Das dargestellte Flugzeug mit der sichtbaren Nummer XL513 war das erste, das mit einer Tarnfarbe bemalt war. Das Bild des Atombombers entstand kurz nach der Kubakrise und beinhaltet in einer Zeit, in der ein Atomkrieg reale Bedrohung war, eine aktuelle Brisanz. 

Die von Richter verwendete Bildquelle ist noch unbekannt, doch reizte ihn nach eigenen Angaben an dieser Darstellung der Winkel, in dem das Flugzeug fliegt und die Geschwindigkeit, die dadurch sichtbar wird. Die Verwischungen der Konturen und vor allem entlang der Flugrichtung verlaufende weiße Streifen verstärken den Eindruck der rasanten Beschleunigung des Flugzeugs. 

In Richters Gemälde sind Aggression und Faszination gleichermaßen präsent. Das Werk entstand in einer Zeit, in der die amerikanischen Militärbasen in der Bundesrepublik ausgebaut wurden und die heftigen Luftangriffe auf Vietnam begannen. Trotzdem zeigt Richter hiermit kein zeitkritisches Bild, wohl aber eines, das subjektiv festhält, was die Zeit bewegte.