Ausstellung

Ferdinand Hodler (1853-1918): Bildnis Gertrud Müller, 1911, Kunstmuseum Solothurn, Dübi-Müller-Stiftung, © SIK-ISEA, Zürich

Bildnis Gertrud Müller

Die Kunstsammlerin Gertrud Müller pflegte eine enge und langjährige Freundschaft mit Hodler. Der Maler portraitierte sie mehrfach. 

Hier stellt er sie als Ganzfigur dar und setzt sie ähnlich diagonal ins Bild wie Giulia Leonardi im Entzückten Weib. War es ihm dort jedoch um den Ausdruck starker Emotionen gegangen, so legt er hier der Gattung Portrait entsprechend größeren Wert auf die individuelle Charakterisierung der Dargestellten. Ihre schräge Haltung auf dem roten Fauteuil drückt eine ansprechende Eleganz aus, die durch das detailliert wiedergegebene modische Satinkleid und den in Wellen herabfallenden Schal unterstützt wird. Die Pose und der leicht geöffnete Mund vermitteln eine angeregte Gespanntheit, als befände sich die Dargestellte in einem lebhaften Gespräch mit ihrem Gegenüber, dem Maler.