Ausstellung

Michele di Michele Ciampanti (1463-1511): Anbetung der Könige, 1470, Lindenau-Museum Altenburg

Anbetung der Könige

Das Thema der Anbetung der Könige erfreute sich im Florenz des 15. Jahrhunderts großer Beliebtheit, konnten die Maler doch die Könige und ihr Gefolge in kostbaren Gewändern zeigen. Diese Darstellung wird Michele di Michele Ciampanti zugeschrieben, einem Luccheser Maler, der ab 1463 dokumentiert ist.

Vor einem ruinösen Steinbau mit einem hölzernen Giebel über dem rundbogigen Tor links sind zwei Frauen ins Gespräch vertieft und achten nicht auf das Geschehen, das sich vor ihnen abspielt. Maria hält das Jesuskind auf den Knien, das mit seiner linken Hand den ersten der Könige segnet. Hinter dieser Gruppe steht links Joseph, während daneben der zweite der Könige bereits auf die Knie gefallen ist, aber sein Haupt noch nicht beugt. Der dritte – und jüngste – steht noch aufgerichtet da. Hinter ihm staut sich eine große Menschenmenge, begleitet von wenigen Reitern. Sie gehören zum Gefolge der Könige. Zwischen dem Zug der Begleiter rechts und der Heiligen Familie links ist genügend Raum für die Höhle mit Krippe und Ochs und Esel, die für Heiden- und Judentum stehen. Hinter den beiden großen Orangenbäumen und oberhalb der Höhle steigt der Berg an. Weit hinten erstreckt sich eine hügelige Landschaft mit verschiedenen Städten, symbolisiert jeweils durch wenige große Gebäude.

An ihnen führt ein Weg vorbei, auf dem sich viele Reiter befinden. Es sind die Heiligen Drei Könige, die entweder aus fernen Ländern angereist kommen oder aus Jerusalem, wo sie den neuen König zuerst gesucht haben. Ein rautenförmiger, sehr heller Stern, weist ihnen den Weg. In seiner Mitte ist ein Kopf zu sehen, wodurch er auch als Cherubim gedeutet werden kann. Ciampanti hielt sich eng an die Tafel von Gentile da Fabriano in Florenz, hatte allerdings weniger Platz zur Verfügung und musste deshalb sowohl die Gefolgsleute als auch die Szenerie im Hintergrund gedrängter und komprimierter darstellen.