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Vor 100 Jahren. Rodin in Deutschland

18. Februar 2006 - 25. Mai 2006

Anfang des 20. Jahrhunderts eroberte Auguste Rodin das deutsche Publikum mit spektakulären Ausstellungen, die den Prozess seines Schaffens vor Augen stellen sollten. Tausende Besucher kamen zu den großen Schauen in Städten wie Dresden, Leipzig und Düsseldorf. Nach den Vorstellungen des Künstlers inszenierten die deutschen Museen seine Skulpturen gemeinsam mit Photographien, auf denen ihre Entstehung in verschiedenen Arbeitsphasen dargestellt war. Rodin zeigte Fragmente, Studien und Variationen aus großen Auftragswerken wie dem Höllentor, den Bürgern von Calais oder dem Victor-Hugo-Denkmal und erhob sie in den Rang eigenständiger Skulpturen. Ein Großteil der in Deutschland gezeigten Werke waren Gipse. Sie hatten bis dahin als Vorstufen für Skulpturen in hochwertigen und dauerhaften Materialien wie Marmor oder Bronze gegolten. Rodin präsentierte sie jedoch auf ornamentierten Säulen und  Sockeln als vollendete Kunstwerke.

Rodins deutsche Ausstellungen waren komplexe Inszenierungen, die bei den Besuchern den Eindruck erwecken sollten, in seinem Atelier zu Gast zu sein. Sie machten den Entstehungsprozess seiner Werke in bis dahin unbekannter Weise transparent.

In Kooperation mit der Skulpturensammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und dem Musée Rodin in Paris lässt das Bucerius Kunst Forum Rodins herausfordernd moderne Form der Präsentation wieder aufleben. Die rund 60 Skulpturen sind - ergänzt durch Zeichnungen und Photographien - so zu sehen, wie Rodin selbst sie vor hundert Jahren vermitteln wollte. 

Der Denker, 1881-1883, Gips (vergrößerte Fassung von 1903), © Skulpturensammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Photo: Werner Lieberknecht