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Meisterwerke aus Dresden
Picasso und die Mythen

Publikationen
Stierschädel,
1942
Tête de taureau
Bronze in zwei Teilen
(nach einem Original
aus Sattel und Lenkstange
eines Fahrrades)
42 x 41 x 15 cm
Privatsammlung
© VG Bild-Kunst, Bonn 2010

Exponate
Stierschädel
Als der Bildhauer Julio Gonzalez im März 1942 starb, malte Picasso das Vanitas-Stillleben mit Stierkopf (Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen). Gonzalez hatte ihn in den zwanziger Jahren mit Metall als Werkstoff für Skulpturen vertraut gemacht. Kurz nach dieser Geste der Trauer um den verstorbenen Freund fügte Picasso zwei Gegenstände zu einer inzwischen berühmten Assemblage zusammen: aus einen Lenker und einen Fahrradsattel wurde der Stierschädel. Bereits im April 1942 erschien eine Photographie der Assemblage auf dem Titel der surrealistischen Zeitschrift La conquête du monde par l’image. Nach seiner ersten Titelnummer für Minotaure, prangte nun eine weitere Stierkreation von Picasso auf einer surrealistischen Publikation. Das Verblüffende war, dass man dem Stierschädel seine Herkunft aus dem Ersatzteillager ansah und er dennoch ästhetisch überzeugte und die Würde des surrealistischen Wappentiers ausstrahlte, ein Mischwesen eben. Auch durch den späteren Guß in Bronze in einer Auflage von zwei Exemplaren, verliert der Stierschädel diesen Charakter nicht - Darin ist er dem Minotaurus verwandt, dem Mischwesen aus Mensch und Stier, mit dem Picasso sich identifizierte.