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Publikationen
16
Geisterbahn und Glanzrevue
Otto Dix. Aquarelle und Gouachen
16.6. bis 9.9. 2007


Ausstellungstext
Ausstellungsraum

Otto Dix
Häuserreihen in B
1916
Gouache
28,3 x 28,4 cm
Privatsammlung Süddeutschland
© VG Bild-Kunst, Bonn 2010

Otto Dix
Frau in Gold (Mutzli)
1923
Aquarell, Goldbronze und Bleistift
56,7 x 38,5 cm
Otto Dix Stiftung, Vaduz
© VG Bild-Kunst, Bonn 2010

Otto Dix
Herren & Damen
1922
Aquarell und Bleistift
56,6 x 47 cm
Privatsammlung, Courtesy Richard Nagy Ltd., London
© VG Bild-Kunst, Bonn 2010

Otto Dix
Marianne
1927
Aquarell und Bleistift
61,2 x 50,2 cm
By kind permission of E & R Cyzer Gallery, London
© VG Bild-Kunst, Bonn 2010

Otto Dix
Bilderbuch für Muggeli, Selbstbildnis
(Blatt 1)
1922
Aquarell und Tuschfeder
40 x 29 cm
Privatbesitz
© VG Bild-Kunst, Bonn 2010
Photo: Christoph Irrgang, Hamburg
16
Geisterbahn und Glanzrevue
Otto Dix. Aquarelle und Gouachen
16.6. bis 9.9. 2007


Exponate
Ausstellungsraum
Als Meister der Neuen Sachlichkeit wurde Otto Dix (1891-1969) in den 1920er Jahren berühmt und berüchtigt. Den Ruf des avantgardistischen Bürgerschrecks erwarb sich Dix nicht zuletzt mit seinen Aquarellen und Gouachen. Sie entfalten ein schillerndes Panorama menschlicher Existenz: einfühlsam und drastisch, humorvoll und grotesk.

Das Werk von Otto Dix bleibt brisant: Es reflektiert gesellschaftliche Spannungen und persönliche Ambivalenzen, rückt soziale Randbezirke ins Bildzentrum, sucht das Hässliche, Brutale und Abgründige, treibt Widersprüche mit feiner Ironie, bissigem Witz oder provozierender Verzerrung hervor.

Der ganze Facettenreichtum des Dix'schen Realismus wird in seinen Aquarellen und Gouachen offenbar. Mehr als 100 Werke aus 25 Jahren - darunter drei von Dix gestaltete Kinderbücher und selten gezeigte Einzelblätter - stellt die Hamburger Ausstellung vor: altmeisterlich-präzise Pflanzenstudien aus den Lehrjahren an der Dresdener Kunstgewerbeschule, abstrahierend-expressive Gouachen, die Dix in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs malte, und seine aquarellierte Bilanz der "goldenen Zwanziger" - ein vitales Kaleidoskop der Typen und Geschichten, zeitbezogen und allgemeingültig zugleich.

Besonders eindrucksvoll zeigen die in rascher Folge entstandenen Aquarelle der zwanziger Jahre den Künstler auf der Jagd nach dem, was er selbst das "unverdünnte Leben" nannte. Virtuos nutzt Dix alle Möglichkeiten des Mediums von der spontanen Skizze bis zur sorgsam arrangierten Komposition und offenbart wechselnde Haltungen zwischen Anteilnahme und Distanz - nicht nur in Portraits und Selbstbildnissen, sondern auch in seinen oft bizarren Erzählungen aus der Welt der Spießbürger und Bohemiens, der Matrosen, Huren und Artisten.

Die Ausstellung vereinigt wichtige Leihgaben der Otto Dix Stiftung, Vaduz, mit Hauptwerken aus öffentlichen und privaten Sammlungen in Deutschland, England, Italien, der Schweiz und den Vereinigten Staaten.