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Publikationen
08
Das goldene Zeitalter
13.02.-16.05.2005


Ausstellungstext
Ausstellungsraum

Wunder der Ikone „Gottesmutter des Zeichens“.
Schlacht der Nowgoroder gegen die Susdaler
Anfang 16. Jahrhundert

Königstür mit der Darstellung von Mariä Verkündigung,
der Apostel-Kommunion und den vier Evangelisten
Anfang 16. Jahrhundert, aus einer der Provinzen Nowgorods

Alttestamentliche Dreifaltigkeit mit dem heiligen Clemens
und Johannes dem Täufer
Zweite Hälfte 16. Jahrhundert, nördliche Provinz Nowgorods

Vision des Kirchendieners Tarassij
Ende 16./Anfang 17. Jahrhundert, Nowgorod
08
Das goldene Zeitalter
13.02.-16.05.2005


Exponate
Ausstellungsraum

Nowgorod - heute eine Kleinstadt südöstlich von Sankt Petersburg, am Ufer des Wolchow - war im Mittelalter eines der wichtigsten Handelszentren Europas. Hier kreuzten sich die Wege von Osten nach Westen, von Süden nach Norden. Die Beziehungen reichten von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer und Byzanz, von den Wikingern bis zu den Griechen.

Nach der Christianisierung erlebte Nowgorod im späten 10. Jahrhundert eine außerordentliche kulturelle Blüte. Die prächtigen Kirchen der Stadt mit ihren Fresken legen davon bis heute Zeugnis ab. Die Nowgoroder Ikonenmalerei erreichte zwischen dem 12. und 16. Jahrhundert ihre Glanzzeit. Das „goldene Zeitalter der Nowgoroder Ikonen“ gilt bis heute als ein Höhepunkt der russischen Kunst. Es endete mit der Zerstörung der Stadt durch Iwan den Schrecklichen im Jahre 1570.
Die Ikonen, die Heiligenbilder der orthodoxen Kirche, fanden von Byzanz aus seit dem frühen Mittelalter in ganz Russland Verbreitung. Die ausgestellten Schätze sind Leihgaben des Russischen Museums in Sankt Petersburg. Sie gehören zu den bedeutendsten Kunstwerken Russlands vom Mittelalter bis zum frühen 17. Jahrhundert und repräsentieren auf einzigartige Weise das „Goldene Zeitalter“ Nowgorods.


In der Ausstellung steht an zentraler Stelle eine Ikonostase, eine Wand mit Ikonen, die in den orthodoxen Kirchen den Altarraum vom Gemeinderaum trennt. Sie umfasst Meisterwerke des 15. Jahrhunderts, die zu den eindrucksvollsten dieser Zeit gehören. In einem Raum-Ensemble werden neben den gemalten Ikonen Textilien, Goldschmiedearbeiten und Holzskulpturen präsentiert und führen die Kirche als ihren ursprünglichen Ort vor Augen.

Die Ausstellung im Untergeschoss widmet sich der Archäologie der Stadt. Ausgrabungen bis in die jüngste Zeit haben mittelalterliche Holzbauten, Häuser und Straßen ans Licht gebracht. Dabei wurden zahlreiche Alltagsobjekte, Schmuck, Münzen, Spielzeug, Musikinstrumente und sogar Schriftdokumente auf Birkenrinde gefunden. Diese Gegenstände, Leihgaben der Vereinigten Staatsmuseen Nowgorod, geben uns ein detailliertes und anschauliches Bild von Leben, Handel und Handwerk, von Rechtswesen und Kultur der Stadt.