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Kunst an der Seidenstrasse
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Publikationen
03
Kunst an der Seidenstraße.
Faszination Buddha
17.08.03-12.10.03


Ausstellungstext
Ausstellungsraum

Atlant, Gandhara
2./3. Jh. n. Chr.
Staatliche Museen zu Berlin,
Museum für Indische Kunst

Sitzender Buddha, Gandhara
1.–3. Jh. n. Chr.
Staatliche Museen zu Berlin,
Museum für Indische Kunst

Blaufarbiger Dämon, Sengim
7./8. Jh. n. Chr.
Staatliche Museen zu Berlin,
Museum für Indische Kunst

Sitzende Buddhas,
Bezeklik Tempel 19
9. Jh. n. Chr.
Staatliche Museen zu Berlin,
Museum für Indische Kunst
03
Kunst an der Seidenstraße.
Faszination Buddha
17.08.03-12.10.03


Exponate
Ausstellungsraum

Für die Routen, die Jahrtausende lang den Mittelmeerraum mit dem Fernen Osten verbanden, prägte der deutsche Geograph Ferdinand von Richthofen im Jahre 1877 den Begriff "Seidenstraße" - nach einem der wichtigsten auf ihnen gehandelten Güter. Die Globalisierung der Weltwirtschaft, die nicht zuletzt den Austausch zwischen Westen und Osten einschließt, hat der kulturellen Überlieferung dieser Routen ebenso Aktualität verliehen wie die Sprengung der großen Buddhas in Bamiyan oder der Raub von Kunstwerken und historischen Zeugnissen aus den Museen von Kabul und Bagdad.
Zwar war die Seide seit der Antike in Europa die begehrteste Ware Ostasiens, aber sie war nur Teil eines wechselseitigen kulturellen Austausches. Aus diesem umfassenden Reservoir der Kunst- und Kulturgeschichte stellt das Bucerius Kunst Forum ein Phänomen vor Augen, das wie kein anderes das antike Erbe mit dem asiatischen Selbstverständnis verbindet: die Entstehung und Verbreitung der buddhistischen Kunst während des ersten nachchristlichen Jahrtausends.


Die buddhistische Kunst wurde ebenso durch indische wie durch hellenistische Vorbilder geprägt. Alexander der Große brachte die griechische Kunst und Kultur nach Baktrien, in das heutige Afghanistan und seine angrenzenden Länder. Hier regte sie um die Zeitwende in den Klosteranlagen des Gandhara-Gebietes die Entstehung des Buddha-Bildes an. Hunderte von Tempeln und Klöstern wurden mit Reliefs und Skulpturen geschmückt. Sie zeigen mediterrane Motive wie Atlas-Figuren, Girlanden oder Eroten. Die Figur des Buddha selbst wurde durch das griechische Erbe nach dem Vorbild des Sonnengottes Apoll geprägt. Vajrapani, der Begleiter des Buddha, glich Herakles und nicht selten auch Alexander dem Großen.
Während der Gandhara-Periode entstanden die für Jahrhunderte verbindlichen Buddha-Darstellungen, die von hier ihren Weg über die Seidenstraße bis nach China fanden. Unzählige, detaillierte Szenen aus dem Leben des Buddha führten der leseunkundigen Bevölkerungsschicht die Etappen des Weges zur Erleuchtung und das späteres Wirken Buddhas vor Augen.