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02
Lucas Cranach
Glaube, Mythologie
und Moderne
06.04.03-13.07.03


Ausstellungstext
Ausstellungsraum

Venus und Amor, 1509
213 x 102 cm
Staatliche Eremitage,
St. Petersburg

Bildnis Martin Luthers,
um 1520
Öl auf Holz
40,3 x 26,5 cm
Privatsammlung

Das Urteil des Paris,
1527
Öl auf Holz
50,5 x 38 cm
Statens Museum for Kunst, Kopenhagen


Die Melancholie,
1532
Öl auf Holz
51 x 97 cm
Statens Museum for Kunst, Kopenhagen
02
Lucas Cranach
Glaube, Mythologie
und Moderne
06.04.03-13.07.03


Exponate
Ausstellungsraum

Das Bucerius Kunst Forum erinnert mit dieser Ausstellung an das 450. Todesjahr Lucas Cranachs d. Ä., des großen deutschen Malers der Reformation und des Humanismus.

Nördlich der Alpen hat sich kein anderer Künstler der Epoche intensiver den mythologischen Darstellungen zugewandt als Lucas Cranach. Er hat viele Variationen von Nymphen, Liebesgöttinnen und Lucretien hinterlassen, die nun zum ersten Mal schwerpunktmäßig in einer Ausstellung gezeigt werden. Dr. Werner Schade, Berlin, einer der besten Kenner von Cranachs Werk, hat als Kurator die Auswahl der 60 Gemälde und 20 graphischen Blätter getroffen. Er stellt den mythologischen Themen religiöse Werke und Portraits gegenüber, u. a. von Martin Luther, Kaiser Karl V. und dem sächsischen Kurfürsten Friedrich dem Weisen.
Der aus dem fränkischen Kronach stammende und in Wien ausgebildete Cranach war für den Kurfürsten am Wittenberger Hof tätig. Seine Werkstatt wurde zu einem wichtigen Zentrum der europäischen Kunst, er selbst avancierte zu einer angesehenen Persönlichkeit. So wurde er 1537 Bürgermeister von Wittenberg. Diese Stadt war nicht nur ein Zentrum der Reformation, sondern auch des Humanismus.


Luther und Melanchthon gaben dem Maler entscheidende Anregungen und Cranach verstand es, die Forderungen des Glaubens mit der Sinnlichkeit der Renaissance zu verbinden.

Glaube und Mythologie
Die Welt der antiken Geschichten und Götter regten Cranach in dieser Zeit der Umbrüche dazu an, die traditionellen religiösen Bildthemen wie beispielsweise "Adam und Eva" in die Nähe von mythologischen Figurenbildern zu rücken. Die Wandlungsfähigkeit des Malers vor dem Hintergrund des Humanismus in Wittenberg war Thema des gemeinsam mit dem kunstgeschichtlichen Seminar der Universität Hamburg im Warburg-Haus veranstalteten Symposiums. Die Ergebnisse sind im Ausstellungskatalog veröffentlicht.
Neben berühmten Bildern - vertreten sind u. a. Leihgaben aus dem Statens Museum for Kunst, Kopenhagen, den Staatlichen Museen zu Berlin, der Staatlichen Eremitage in St. Petersburg, der National Gallery in London, dem Frankfurter Städel, der Wiener Akademie der Bildenden Künste – werden wenig bekannte Werke ausgestellt und einige Gemälde aus privaten Sammlungen erstmalig öffentlich gezeigt. Darunter das jetzt entdeckte letzte Bildnis von Kurfürst Johann Friedrich dem Großmütigen.