Ausstellung

Willi Baumeister. Figuren und Zeichen

31. August 2005 - 30. Oktober 2005

Von den deutschen Malern, die trotz der Verfolgung durch die Nationalsozialisten das Land nicht verließen, hat niemand zwischen 1933 und 1945 so zukunftsweisende Schritte getan wie Willi Baumeister.

Die Ausstellung zeigt herausragende Werke aus allen Schaffensphasen; ihre Vielfalt belegt die außerordentliche und unermüdliche Erfindungskraft des Künstlers. Am Anfang stehen die geometrischen Kompositionen, die das Auge des Betrachters in Bewegung versetzen. Seit etwa 1933 inspirierten den Maler die vorzeitliche und außereuropäische Kunst. Goethes Urpflanze und das Gilgamesch-Epos erschienen verwandelt in Baumeisters Bildwelten als Metaphern ewiger Metamorphose, als zeitlose Sinnbilder menschlichen Lebens. Die Entdeckung des Unbekannten und der Urformen bildeten die Grundlage seiner Kunst.

Nach dem Krieg wurde der Künstler zu einem der bedeutendsten Wortführer im Kampf um die Moderne. Baumeister besaß internationale Reputation, insbesondere in Frankreich. Er galt als Anwalt einer "abstrakten" Malerei und wurde als solcher ebenso hoch geschätzt wie heftig attackiert.

Die Präsentation der Gemälde folgt dem freien Rhythmus, den Baumeister in der von ihm selbst eingerichteten Retrospektive im Stuttgarter Kunstverein anlässlich seines 65. Geburtstags favorisierte. Sie werden durch Zeichnungen und druckgraphische Arbeiten ergänzt. Zum ersten Mal werden die archäologischen und ethnologischen Objekte aus Baumeisters eigener Sammlung zusammen mit seinen Bildern ausgestellt.