Ausstellung

Schrecken und Lust. Die Versuchung des heiligen Antonius von Hieronymus Bosch bis Max Ernst

9. Februar 2008 - 18. Mai 2008

Die Legende vom verführten, bedrängten und gequälten Eremiten Antonius bot Künstlern seit dem späten Mittelalter reichen Stoff für phantastische Bildwelten: Hässliche Dämonen treffen auf laszive Schönheiten, kuriose Mischwesen bevölkern bizarre Landschaften, die Grenzen zwischen Schein und Sein, Wunsch- und Alptraum verschwimmen.

Die von Athanasius überlieferte Legende des von Reichtum und Schönheit versuchten, von Dämonen verfolgten heiligen Antonius ist von Lucas Cranach bis zu Henri Fantin-Latour, von Hieronymus Bosch bis zu Max Ernst in einer Weise aktuell geblieben, die überrascht. Die Ängste des Antonius beschäftigen uns heute ebenso, wie sie namhafte Künstler der letzten 500 Jahre zu einem Surrealismus vor der Zeit stimulierten. Die Ausstellung bietet den ersten repräsentativen Überblick über die Geschichte der Identifikation der Künstler mit diesem Thema. Sie versammelt 70 Gemälde, Zeichnungen, Radierungen und illustrierte Bücher vom Beginn des 14. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts, von den frühen Kodices über die Bildwelten des Hieronymus Bosch bis zu ihrer Persiflage bei David Teniers und Felicien Rops, darunter Werke von Paolo Veronese, Jan Bruegel d.J., Salvator Rosa, Lovis Corinth und James Ensor.

Mit "Schrecken und Lust. Die Versuchung des heiligen Antonius" eröffnet das Bucerius Kunst Forum eine neue Ausstellungsreihe. Eine lose Folge von Themenausstellungen wird in den kommenden Jahren die Bildgewalt der alten Meister auf den Prüfstand stellen.

Craesbeeck, Joos v., Die Versuchung des hl. Antonius, Öl auf Leinwand, Staatliche Kunsthalle, Karlsruhe, Photo: E. Frank