Ausstellung

Malerei für die Ewigkeit. Die Gräber von Paestum

30. Oktober 2007 - 20. Januar 2008

Die Malerei der Antike gehört zu den faszinierendsten und geheimnisvollsten Themen der europäischen Kunstgeschichte. In Paestum, südlich von Pompeji, hat sich mit den Gräbern der Lukaner ein reicher Schatz erhalten, der nun erstmals in einer Ausstellung vorgestellt wird.

Im 5. Jahrhundert v. Chr. besiedelten der italische Stamm die Stadt der berühmten griechischen Tempel. Wie in allen antiken Hochkulturen spielte das Totengedenken auch für sie eine wichtige Rolle. Doch im Unterschied zu den Pyramiden der Pharaonen, den Grabstelen der Griechen und römischen Sarkophagen waren ihre Gräber nicht für die Nachwelt gedacht. Sie wurden gleich nach der Bestattung für immer verschlossen. Die Bilder sollten die Verstorbenen auf ihrem Weg ins Jenseits begleiten.

Die Gräber wurden aus vier einzelnen Steinplatten zusammengesetzt, die jetzt zum ersten Mal nach ihrer Ausgrabung wieder aufgestellt werden. Die Präsentation in Form einer antiken Nekropole lässt die antike Lebenswirklichkeit anschaulich werden.

Die bemalten Grabplatten zeigen Totenriten und Szenen des aristokratischen Lebens. Während Frauengräber die Aufbahrung darstellen, feierte man in Männergräbern die Verstorbenen als siegreiche Kämpfer: Totenfestspiele mit Wagenrennen, Lanzenstechen und Faustkämpfen, bei denen reichlich Blut floss. Die Wertschätzung der Angehörigen drückt sich auch in den kostbaren Grabbeigaben aus, die sie dem Verstorbenen mit auf die letzte Reise gaben.

Die weltberühmte Tempellandschaft von Paestum wird durch die späte Entdeckung der Gräber in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts um ein bedeutendes Kulturerbe erweitert. Der Rezeption der Tempel in den bildenden Künsten widmet sich der zweite Teil der Ausstellung mit Gemälden, Zeichnungen und Aquarellen des 18. und 19. Jahrhunderts, darunter wertvolle Zeichnungen, die Piranesi kurz vor seinem Tod in Paestum angefertigt hat.

Grab der großen Toten (Detail), Wohl Frauengrab, um 320 v. Chr. 81 x 220 cm, © Bucerius Kunst Forum, Photo: Christoph Irrgang, Hamburg