Ausstellung

Die Erfindung des Bildes. Frühe italienische Meister bis Botticelli

1. Oktober 2011 - 8. Januar 2012

In Italien begann um 1300 eine künstlerische Entwicklung, die ein neues Bildverständnis hervorbrachte. Vor allem in Siena und Florenz führten Freude am Erzählen, ausschmückende Details und die Entdeckung von Raum und Landschaft weg von der mittelalterlichen Strenge der Gotik. Die feierliche Malerei auf Goldgrund wandelte sich bis 1500 zur lebensnahen Darstellung von Mensch und Natur in der Renaissance. Anhand charakteristischer Werke dokumentiert die Ausstellung die Entstehung des neuzeitlichen Gemäldes. Der Bogen reicht von den spätmittelalterlichen Tafeln des Guido da Siena von 1270/80 bis zu Gemälden von Sandro Botticelli und Luca Signorelli aus dem späten 15. Jahrhundert.

In dieser Zeitspanne löst sich das Gemälde aus den bis dahin bestehenden Zusammenhängen in Freskenzyklen, Buchillustrationen und Altarmalerei; die Figuren treten aus der raum- und zeitlosen Sphäre einer sakralen überirdischen Welt in die Lebenswirklichkeit des Betrachters. Die rund 40 Exponate der Ausstellung kommen aus dem Lindenau-Museum Altenburg, das über den größten Bestand früher italienischer Gemälde in Deutschland verfügt. Sie stammen aus der herausragenden Sammlung des Gelehrten Bernhard August von Lindenau (1779–1854), der im 19. Jahrhundert im Sinn der Aufklärung und Bildung diese Kunstschätze seiner Heimatstadt Altenburg vermachte. 

Sandro Botticelli (1445-1510): Bildnis einer Dame, um 1475, Lindenau-Museum Altenburg