Ausstellung

Alberto Giacometti (1901-1966): Frau für Venedig V, 1956, Privatsammlung, Schweiz © Succession Alberto Giacometti (Fondation Alberto et Annette Giacometti, Paris + ADAGP, Paris), 2015

Frau für Venedig V

Die prozesshafte Arbeitsweise von Giacometti lässt sich besonders deutlich an den sogenannten Frauen für Venedig ablesen. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von 15 Skulpturen, die er 1956 in Vorbereitung für die Biennale von Venedig schuf. Giacometti war eingeladen worden, den französischen Pavillon zu bespielen. Ein halbes Jahr lang arbeitete er in seinem Atelier immer wieder an der gleichen Figur, fügte Ton hinzu und nahm ihn an anderer Stelle wieder ab. Das Grundmotiv blieb dabei gleich: Die Frauen für Venedig, sind allesamt Frauenakte mit anliegenden Armen. Sie zeichnen sich durch die betonte Fußpartie aus, die eher einem Keil gleicht. Der scheint mit dem Sockel, auf dem sie stehen, zu verschmelzen. Diese massive Betonung des Unterbaus steht im Kontrast zu den sphärisch klein anmutenden Frauen-Köpfe. Das Thema des weiblichen Akts hatte Giacometti zuvor bereits in zahlreichen Plastiken ausgeführt, bei denen ihm seine Frau Annette Modell stand.